3. Rang am Grand Final in Peking

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Ich sitze im Flugzeug auf dem Weg nach Hause und fange langsam an zu realisieren, was mir Unglaubliches am Sonntag in Peking passiert ist! Doch eigentlich fehlen mir immer noch etwas die Worte und ich kann nicht genau erklären, was da geschehen ist! Irgendwie lief bereits in den letzten Tagen vor dem Rennen alles in eine Richtung  perfekt zusammen und dies endete dann in diesem grandiosen Rennen! 3. Rang am Grand Final und 10. Schlussrang in der WM-Serie 2011! WOW!!

Als ich am Dienstag das erste Mal in China einreiste und am Nachmittag eine kurze Radausfahrt machte, fühlte ich mich bereits extrem wohl! Der Wettkampf fand auf der Olympiastrecke von 2008 statt und lag ein bisschen ausserhalb von Peking, wo es viel ruhiger ist. Mit grünen Hügel im Rücken, den Kaiser-Tempeln der MING-Dynastie und der grossen Mauer nicht weit weg, fühlte ich das YING und YANG sehr stark und war so richtig ZEN :-)... Auch der „Olympic-Spirit“ von 2008 war noch deutlich zu spüren, was mir zusätzlich Gänsehaut verursachte. Es schien der richtige Ort zu sein, um meine Träume verwirklichen zu lassen!

Als ich am Sonntag ins Rennen stieg, fühlte ich mich sehr gut und war mir sicher, ein tolles Rennen zeigen zu können! Wir schwammen auf einer grossen Runde über 1500m sehr schnell und prompt gab es eine kleine Spitzengruppe, in der richtig mit viel Druck gefahren wurde! Die Strecke war sehr coupiert und vermutlich die härteste im ganzen Wettkampfkalender! Unsere Gruppe harmonierte perfekt (die Anderen fühlten vermutlich das Ying und Yang auch :-) ) und wir konnten unseren Vorsprung auf die Verfolger kontinuierlich vergrössern – bis auf 2 Minuten! Jetzt hoffte ich nur noch auf gute Beine für die Laufstecke. Vorne liefen die beiden Favoritinnen Hewitt und Jenkins weg, ein bisschen weiter hinten lief ich mit 4 anderen Mädels. Irgendwann so um den 8km wurde mir bewusst, dass ich tatsächlich um die Bronzenmedaille laufen kann!! Und dann 500m vor dem Ziel wurde mir bewusst, dass ich vermutlich den stärksten Endspurt habe und ich unbedingt diese Bronzenmedaille haben will! So gedacht, so getan! Oh mein Gott!!!

Die Freude im Ziel war natürlich unheimlich gross! Da waren so viele Emotionen um mich herum von Freunden, Coaches und anderen Athleten! Am meisten berührt hat mich in diesem Moment jedoch zu Spüren, wie sich meine Konkurrentinnen für mich freuen. Diese Umarmungen und das Gefühl, dass sie mir damit vermittelt haben, werde ich wohl niemals mehr vergessen. Und dann auch all die lieben Nachrichten von Freunden, Familie, Sponsoren, etc., da kommen mir die Tränen noch jetzt hoch.

DANKE an das ganze Schweizer Team, DANKE an all die lieben Leute, die diesen Erfolg mit mir erarbeitet haben und DANKE an alle, die nie aufgehört haben, an mich zu glauben! Ich verspreche, im 2012 kommt noch mehr! London calling :-)!

Eure Melanie

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