WCS Kitzbühel 2011
Kitzbühel ist nur 3 Tage her und ich sitze schon wieder im Flugzeug Richtung nächstes grosses Rennen. Diesen Samstag findet in Pontevedra/Spanien die Europameisterschaft statt. Obwohl ich psychisch das Rennen vom letzten Samstag abgeschlossen habe und der Fokus nun auf die EM gerichtet ist, möchte ich doch noch ein kurzes Resumé von Kitzbühel machen.
Ich war die einzige Schweizer Athletin (neben 3 Herren) am Start. Dies war eher eine ungewohnte Situation, doch ich genoss natürlich die grosse Aufmerksamkeit meiner Betreuer und Coaches (4 an der Zahl :-)) sehr! Ich fühlte mich wie eine Prinzessin!!
Für den Renntag waren sehr kühle Temperaturen und wechselhaftes Wetter angesagt. Somit haben wir uns sehr gut Vorbereitet – vor allem für den Rad-Teil. Ärmlinge, Putzhandschuhe und Wärmefolie unter dem Wettkampfdress, sollten mich vor dem Auskühlen schützen.
Schon kurz nach dem Sprung ins kühle Nass hatte ich die erste Athletin auf meinen Beinen und das langsam gewohnte „Gerangel“ begann wieder von neuem. Nach schlechten ersten 300m konnte ich mich doch noch irgendwie nach vorne arbeiten und kam als 14. aus dem Wasser. Ungefähr mit 20 anderen Mädels befand ich mich in der Verfolgergruppe der Amerikanerin Haskins und Engländerin Jenkins, welche eine unglaubliche Schwimmleistung zeigten. Wir benötigten ganze 4 Runden, um die beiden Ausreisserinnen wieder einzuholen. In der Zwischenzeit zeigte sich das Wetter von all seinen Seiten - wir hatten Sonnenschein, dann einen Wolkenbruch mit viel Regen und zum Schluss noch Hagel! So war ich ganz froh um meine wärmenden Utensilien...
Nach einem schnellen Wechsel stürmte ich aus der Wechselzone und siehe da – war plötzlich an der Spitze des Feldes!! Beim Briefing für das Rennen habe ich mit meinem Coach beschlossen, etwas Neues für den Laufteil zu probieren. Sehr oft wenn ich loslaufe, denke ich an die gesamte Laufdistanz. Und diese ist ja sooooo lange, dass man mit einem gezügelten Tempo losläuft (ich zumindest). Nun habe ich versucht, Runde für Runde zu machen und nicht an das Schlussresultat zu denken. Ich versuchte mich bei einer schnelleren Athletin anzuhängen und die Runde mit ihr fertig zu laufen. Dies klappte sehr gut bis Ende zweiter Runde, wo ich noch auf der 6. Position lief. Meine Beine und sogar die Arme wurden sehr schwer, was sich dann leider etwas auf mein Tempo auswirkte. Ich beendete das Rennen auf dem 16. Rang und war sehr, sehr glücklich! Ich glaube, ich habe einen wichtigen Schlüssel gefunden, um das nächste Türchen zu öffnen! Eine Art „Click-Erfahrung“! Ich denke (und hoffe) es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis ich dann die ganzen 4 Runden durchlaufen kann :-)!
Heute Morgen hat mich noch eine Biene in den Fuss gestochen und der ist nun fast doppelt so dich, doch bis Samstag sollte ich wieder in Topform sein!! Bis dann!
Eure Melanie
